Die Türkei hat Pläne angekündigt, die Beschränkung auf die Mieterhöhung aufzuheben.
Die Aufhebung der Mietobergrenzen in der Türkei führt zu Bedenken hinsichtlich eines weiteren Anstiegs der Mietpreise und einer Verstärkung der Inflation. Das Finanzministerium kündigte an, dass ab Juli die Obergrenzen für Mietsteigerungen trotz der aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgehoben werden. Die 25%-Grenze für jährliche Mieterhöhungen wurde 2022 eingeführt und für ein zweites Jahr verlängert, um den Inflationsdruck auf die Haushalte zu verringern.
Trotz der Beschränkungen sind die Wohnkosten in der Türkei jedoch erheblich gestiegen. Im Mai 2024 stiegen die Wohnkosten im Jahresvergleich um 93 %, was die allgemeine Inflationsrate von 75 % übertraf. Eurostat berichtete auch, dass die Türkei im letzten Jahr das Land mit dem höchsten Anstieg der Mietpreise war, mit einer Zunahme von 125 %.
Die Meinungen der Experten sind geteilt. Nizameddin Aşa, Vorsitzender der Immobilienkammer von Istanbul, glaubt, dass die Aufhebung der Obergrenze keinen signifikanten Einfluss auf den Markt haben wird, da das Angebot an Mietwohnungen derzeit hoch ist. Der Ökonom Ahmet Büyüktuman warnt jedoch, dass hohe Zinssätze und Schwierigkeiten beim Immobilienkauf das Mietwachstum kurzfristig unterstützen werden.
Es gibt auch Bedenken, dass die neuen Steuern auf Mieteinnahmen, die die Regierung plant, zu einem weiteren Anstieg der Mietpreise führen könnten. Einige Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Mieten in den großen Städten inflationsbereinigt bereits zu sinken begonnen haben. Es bleibt jedoch unklar, ob sich dieser Trend fortsetzen wird, insbesondere im Hinblick auf die möglichen neuen Steuern und die Aufhebung der Obergrenzen.